Seiten

Samstag, 23. Juni 2012

Auto oder Bahn – Deutsche Bahn AG

Leere, nichts als Leere … Vielmehr bleibt den Autofahrern nicht, nachdem sie ihr Gefährt betankt haben. Regelmäßig und fast schon gewohnheitsmäßig bildet sich ein riesiges Loch im Portemonnaie vieler deutscher Autofahrer. Die Industrie reagierte und bietet neben den Benzinschluckern umweltfreundliche und kostensparende Fahrzeuge an, die mit Solarenergie, Rapsöl bis hin zum Erdgas zum Rollen gebracht werden. Aber auch andere Alternativen haben ihre Vorteile wie der Spaziergang für kurze Strecken, das Fahrrad oder die Bahn. Mit Letzterem wollen wir uns heute beschäftigen.

In den letzten Jahren litt das Image der Bahn, war es die schlechte Klimaanlage, die zahlreichen Streiks oder die häufigen Verspätungen, kaum jemand wollte ein gutes Wort über die Bahn verlieren. Aber die Bahn kann auch anders. Nachdem man die Fehler einsah und Besserung gelobte, folgten Taten. Viele Züge wurden modernisiert und weisen nun eine bessere Klimaanlage auf, fahren zudem mit umweltfreundlichen Treibstoffen und das fast lautlos. Natürlich gibt es immer noch genügend Mängel, aber das Licht am Ende des Tunnels ist ersichtlich. Die Bahn wird immer attraktiver und das nicht nur als Verkehrsmittel, sondern auch als Arbeitgeber. Jedoch ist die Bahn schon länger nicht mehr das Familienunternehmen, was es einmal war. Während meine Großeltern noch im Stellwerk, Büro oder im Zug selbst tätig waren, geht die Jugend andere Wege. Es fehlt an Nachwuchs. Das Unternehmen reagierte nun mit einem Spot, der zum einen die Vorteile und Attraktivität des Transportmittels zeigt und um Mitarbeiter wirbt.

Bereits seit einigen Wochen flimmert der 1 Minute und 12 Sekunden lange Fernsehspot über den Bildschirm. Die Handlung lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Ein Macho erhält eine Abfuhr von einer Lokführerin.
Etwas genauer stellt er sich wie folgt dar: Ein Macho spricht in einer Bar eine Dame an, wobei sein Motiv sehr eindeutig ist. Er legt seinen Autoschlüssel auf den Tisch und schwärmt von seinen tollen Fahrzeug ("400 PS, 12 Zylinder, 296 Spitze. Morgen Abend 19 Uhr?"), was sie nun beeindrucken soll. Andere Frauen hätten Desinteresse oder Unverständnisse gezeigt, aber die Dame geht gelassen zum Gegenangriff über. Sie holt ihren Schlüssel aus der Tasche und präsentiert ihre Fakten ("10.877 PS, 330 Spitze. Morgen früh, 8:43 Uhr. Gleis 7"). Er ist nun deutlich beeindruckt oder eher geschockt, verliert an Sicherheit und wirkt ängstlich. In einem Zwischenspann ist zu sehen, wie die Dame vom Tresen in ihrer Arbeitskleidung zu einem schicken ICE läuft und diesen aus dem Schuppen fährt.

Fazit:
Der Spots zeigt zwei Dinge, erstens das der ICE es mit jedem Gefährt aufnehmen kann und die Bahnfahrt damit deutlich attraktiver aussehen lässt und zweitens das Personal gesucht wird, das die so reizvoll präsentierte Aufgabe des Lokführers übernimmt. Sei Teil des coolen und starken Teams, will der Spot sagen.
Etwas zu bemängeln ist die Stimme der Dame. In der Atmosphäre der schicken Bar und mit ihrem luxuriösen Outfit hätte ich von der Dame eine zarte Stimme erwartet. Allerdings wirkt sie durch ihre dunkle Stimme sehr authentisch und der Gedanke kommt auf, dass sie tatsächlich Lokführerin sein könnte.
Sehr gut hingegen gefällt mir das Gesicht des Mannes, nachdem die Lokführerin ihre Fakten auf den Tisch gelegt hat. An dieser Stelle fehlt eigentlich nur ein „Dam, Dam, daaam“, was leicht angedeutet wird. Am Ende des Spots wird es sehr lustig, wenn sie ihn fragt, ob alles Okay sei.
Mit Absicht läuft dieser Spot bei You-Tube unter dem Titel: beste Deutsche Bahn Werbung.

Zum Spot:
  • Erschienen: 2012
  • Dauer: 1:12 Minute
  • Thema: Mitarbeiterakquisition
  • Unternehmen: Deutsche Bahn AG
  • Agentur: Ogilvy & Mather

Quellen:




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen