Seiten

Donnerstag, 29. September 2011

Schweine bringen nicht immer Glück – preis24.de


Wir kennen sie als Spar- und Glücksschwein, das uns Reichtum und Erfolg bringen soll und zu Silvester gerne verschenkt wird, natürlich nur als Marzipanschwein. Daneben schmecken sie gebraten köstlich, werden aber auch seit „Ein Schweinchen namens Babe“ mit süß und niedlich verbunden.  Viele gute Gründe ein Schwein zum Maskottchen einer Firma zu machen, besonders wenn diese sich mit Preisen und Sparen befasst. Allerdings ist das Maskottchen nur so gut, wie die Werbung in der es auftaucht.

Das nicht jede Werbung gut ist, beweist preis24.de. Anfang des Jahres wurde noch mit Frau Merkel und Herrn Assange für die Preisvergleichsseite geworben, die sich vor dem Brandenburger-Tor für eine bezahlbare Internet- und Telefon-Flatrate aussprachen. Es handelte sich dabei natürlich nur um animierte Testimonials, aber der Spot war im Großen und Ganzen recht gut – wenn man von den beiden Blondinen im engen grünen Kleidchen und riesiger Oberweite absieht, weil er zur damaligen Situation passte und die Animationen ihrem Original ähnelten. 
Zwei Barbiepuppen und Politik (http://youtu.be/I0F_ddtpwXk)
Einige Monate nach dem großen Medienrummel um den Wikileaks-Gründer musste etwas Neues her. Ein neues Gesicht, das zum Unternehmen und zur Philosophie „Sparen Sie Zeit und Geld beim Vergleich …“ passt, wurde erschaffen. Seit September kann der Zuschauer nun ein rotes Schwein bestaunen, oder auch nicht, wenn er wie ich einfach umschaltet.
Der Spot fängt ganz harmlos mit dem aktuellen Angebot an, dass schön in Szene gesetzt wird. Es düst wie eine Eilmeldung herein und wird dann auf einem schlichten Hintergrund präsentiert. Die Farben, vor allem blau und weiß, passen sich gut der Website und dem Logo an, wobei das Wichtigste mit einem Rot hervorgehoben wird. Alles schick, wenn da nur nicht das Schwein wäre. Zum Schluss taucht ein rotes Schwein mit einer großen 24 auf dem Bauch auf und turnt oder tanzt auf dem Bildschirm hin und her. Sicherlich war es gut gedacht der Sprecherstimme (die Stimme von Bart Simpson) ein Gesicht zu geben und das neue Maskottchen vorzustellen. Allerdings bleiben Fragen offen: Warum wird ein weibliches Schwein die Stimme von Bart Simpson verpasst, wobei die Synchronsprecherin auch andere Stimmen im Repertoire gehabt hätte? Warum tanzt das Schwein? Warum ist das Schwein rot und nicht passend zum Logo und zur restlichen Präsentation blau? Was ist das komische Ding, was das Schwein um den Hals hat?
Schwein gehabt? (http://on.fb.me/nulINg)
Dass der Spot nicht so gut beim Publikum ankam, erkannten wohl auch ihre Macher und so kam vor einigen Tagen ein weiter Werbespot heraus. (Könnte natürlich auch andere Gründe gehabt haben.) In dem Zweiten tanzt zwar immer noch ein Schwein, aber dieses Mal ist es blau und mit der Stimme von SpongeBob versehen. Das Schweinchen schmückt seit her auch die Website und stellt zumindest eine kleine Verbesserung zum vorerst roten Gegenbeispiel dar.  

Fazit: Natürlich kann nicht jeder Werbespot Weltklasse sein und sich vollständig in das Corporate Design einfügen. Dennoch sollte er eine gewisse Logik in sich tragen, wozu tanzende Schweine sicherlich nicht zählen. Bin gespannt, ob sich mir in ferner Zukunft der Sinn des Herumhampelns erschließt und ich vielleicht – wenn meine Ohrenschmerzen nachgelassen haben – auch die Synchronstimme wieder ertrage. 

Zum Werbespot:
  • Dauer: 20 Sekunden
  • Auftraggeber: preis24.de
  • Stimme: Sandra Schwittau und Santiago Ziesmer

Quellen:

Samstag, 24. September 2011

Unzertrennlich – Kinder Riegel

Es ist eine Liebesgeschichte wie es kaum eine zweite gibt – zumindest nicht unter den Werbespots der letzten Jahre. Sie ist frisch, bunt, herzlich, natürlich romantisch und kommt mit wenigen Worten aus. Nicht zu vergessen: Sie macht hungrig auf mehr und auf Schokolade, wahlweise auch auf ein Glas frische Milch oder beides.
Idealerweise möchte der Zuschauer des Kinder-Riegel-Spots beides, Milch und Schokolade, denn immerhin sind das die Hauptbestandteile eines Riegels und das, womit geworben wird.
Ursprünglich wurde der Schokoladenriegel der Firma Ferrero als kleine Süßigkeit für Kinder wahrgenommen. Doch das ist er durchaus nicht. Im Gegensatz zur Kinder-Schokolade, die sich direkt mit der kinderfreundlichen Portionierweise, dem hohen Milchanteil und dem strahlenden Kinderkopf an ein junges Publikum richtet, wird beim Kinder-Riegel auf Jung und Alt eingegangen. Wo jedoch der Unterschied der beiden Produkte liegt, bleibt mir ein Rätsel. Vielleicht besteht er gerade in diesen Werbespots, welche seit 2008 ausgestrahlt werden und sich speziell mit der Partnersuche und der Liebe beschäftigt, ein Thema, welches Kindern noch nicht so geläufig sein dürfte. Mithilfe der mittlerweile drei Folgen soll der Riegel seinen großen Zuschauern schmackhaft gemacht werden und sein Image als Süßigkeit für Kinder verlieren.

Die Geschichte von Milky (das weibliche Milchglas) und Schoki (der männliche Schokoriegel) begann im Jahr 2008 als beide sich beim Speed Dating trafen. Bereits nach den ersten Fragen war beiden klar – er/sie ist es. Eine leidenschaftliche Liebe entfachte, die vorerst mit einer innigen Umarmung und wilden Küssen endete.
http://youtu.be/BSrl28amYJY

Wie ging es weiter? Was wurde aus den beiden? Wie leben ein Milchglas und ein Schokoriegel zusammen? All die Fragen wurden 2010 im zweiten Spot beantwortet. Milky und Schoki bewohnen mittlerweile eine Reihenhauswohnung und haben sich auf den jeweils anderes eingestellt, was ihre ungewöhnliche Haustür beweist. Und ihre Liebe? Ist immer noch leidenschaftlich und ein guter Beweis, das Speed Dating durchaus funktioniert. Gemeinsam verbringen sie ihren Tag im Park, lesen zusammen (die Bücher ähneln sehr Rategeber „Wie Frauen ticken“), fahren Bus und er singt für sie. Ein Paar aus dem Bilderbuch.
http://youtu.be/gf7P5ck9r-U

Endete diese Liebe niemals? Die Antwort lautet wohl „nein“, denn auch im Spot aus dem Jahr 2011 sind beide noch Feuer und Flamme füreinander. Während Milky in Paris ist (warum auch immer), muss Schoki  alleine zu Hause bleiben und sehnsüchtig an seine Liebste denken. Doch nichts ist für die Ewigkeit und so kommt die Reisende auch schon mit dem nächsten Flieger heim, wo sie herzlich empfangen wird.
http://youtu.be/1YLwSsajXJc

Und nun? Gute Frage! Ein weiterer Spot ist gut denkbar, vielleicht erwartet uns im nächsten Jahr eine kleine Kinder-Riegel-Familie. Bis dahin können, wird nur abwarten, ihre Wohnung besichtigen oder mit Fans auf Facebook spekulieren, wie es weiter geht.

Fazit: Die Spots sind alle gut gemacht und dürften besonders ansprechend für ihre Zielgruppe sein. Besonders ins Auge fallen die ganzen Kleinigkeiten wie die Waffelsitze im Bus (2 Spot) und das Bett des Pärchens (3 Teil), die ebenso liebevoll gestaltet wurden wie die Pastellfarbende Landschaft, die dank der vielen Erdtöne schon irgendwie Lust auf Schokolade macht.

Zum Spot:
  • Titel: erstes Date/Speed Dating, Für immer und überall, Willkommen zuhause
  • Dauer: 26 Sekunden, 25 Sekunden, 30 Sekunden
  • Auftraggeber: Kinder-Riegel
  • Musik: Ohio Express mit "Yummy, Yummy, Yummy" von 1968

Quellen: