Seiten

Dienstag, 31. Januar 2012

Urlaub auf dem Schreibtisch – Google Street View


Seit Beginn meines Studiums war ich nicht mehr im Ausland, aber das soll sich in diesem Jahr ändern. Während ich mich innerlich schon auf schöne Stunden in fernen (oder nahen) Kulturen freue, auf interessante Menschen, merkwürdigen Gerichten und Sightseeing, bleibt nur eine Frage zu klären – wohin soll es gehen? Wo ist es schön?
Natürlich könnte ich ins Reisebüro gehen und einen Katalog besorgen mit attraktiven Fotos aus der jeweiligen Ferienumgebung. Aber sind diese Bilder wirklich oder manipuliert? Was gäbe es also noch für Möglichkeiten, vorab sein Reiseziel zu erkunden?

Google Street View
Es war November 2010 als Google in Deutschland seinen Dienst „Street View“ zugänglich machte. „Street View“ ist ein Zusatzdienst zu „Google Maps“, welcher es dem Nutzer ermöglicht bestimmte Orte auf Straßenebene in 360° zu betrachten, wie der Dienst auf der Website verspricht.
Man könnte also sein Reiseziel dank „Street View“ von der Straße aus erkunden. Wie das Ganze aussehen könnte, zeigt ein Werbespot von Kolle Rebbe und Sehsucht (nicht Sehnsucht).

Der Spot
Zusammen schufen sie in gerade einmal vier Wochen einen Stop-Motion-Film über „Street View“, welcher zeigt, wie man die Welt vom Schreibtisch aus erkunden kann oder sogar einen Urlaub macht. Das Motto des Spots lautete „Das Leben ist eine Reise.“, das am Ende eingeblendet wird. Den Beginn macht dagegen der Satz „Unterwegs mit Street View“, welcher auf einem Fotoalbum geklebt wird, womit die Reise losgeht.
Ohne komplizierte Buchung und lange Flugzeit ist das erste Ziel unserer Kurzreise, die wir in einer Minute und 14 Sekunden absolvieren, New York. Weiter geht es in die Wälder von Kanada und auf schneeweiße Straßen. Nach einem Zwischenstopp in Australien geht es schnell weiter nach Südafrika, wo uns ein großer Elefant begegnet. Jedoch bleibt uns kaum Zeit das Tier genauer zu betrachten, denn wir sind bereits in Asien und dann auch schon am Ende der Reise, das uns nach Berlin bringt.


Was macht den Spot zu etwas Besonderem?
Gute Frage. Natürlich ist es zu einem die Reise, auf welche der Zuschauer mitgenommen wird und auf welche er sechs Länder kennenlernt. Zum anderen sind es die vielen kleinen Details. Da hätten wir den Reiseführer, der uns durch die Länder führt und durch eine Art Spielfigur verkörpert wird. Hierbei handelt es sich um „Pegman“, der nicht nur im Spot auftaucht, sondern auch bei „Street View“ selbst. Bei „Street View“ soll er die eigene Position verdeutlichen und die Richtung anzeigen. Im Spot hingegen reist er mit dem Zuschauer von Land zu Land. Die Verbindung zwischen dem Service-Männchen, d.h. der Figur bei „Street View“ und dem Reiseführer im Spot schafft einen Bezug zum Google-Angebot. Weiterhin sollte erwähnt werden, dass Pegman in Kombination mit den Karten, die hin und wieder auftauchen, den „Street View“-Service greifbaren und verständlichen machen. Es ist nicht mehr nur ein digitales Bild, mit welchem man umgeht und die Welt bereist, sondern eine Karte, die man überall mithin nehmen kann.
Zudem sind die animierten Wolken, das Flugzeug und die Kombination von Fotos und Videosequenzen zu nennen. Nicht zu vergessen die Zeichnungen wie der Fußabdruck des Elefanten, bei denen sich sogar das Buch durch die geballte Kraft des Tieres bewegt. Aber auch die Zeichenstile, so wird der Begriff „Outback“ im traditionellen „Dot Paint“ also mit Punkten verziert. Und schließlich haben wir noch das Persönliche, d.h., der Zuschauer wird einbezogen. Der Zuschauer wird einbezogen indem das Fotoalbum ihm zugewandt ist und eine heimische Schreibtisch-Atmosphäre durch Apfel, Stifte und Holzplatte dargestellt wird, aber auch durch den Einblick in das Album selbst, was im Normalfall persönliche Urlaubsdetails zeigt.

Ans andere Ende der Welt mit "Street View" (Quelle: http://vimeo.com/16465813)

Fazit
Ohne Frage handelt es sich bei dem Spot um eine gute Idee. Der Google Service, welcher viel Kritik mit sich brachte, wird dem Zuschauer auf einer persönlichen Ebene nahegelegt und gleichzeitig bestimmte Funktionen und Vorteile aufgezeigt. Ebenso ist die Darstellung von Pegman als Servicefigur und dem Pegman als Reiseführer gut gelungen, womit Spot und Service verbunden wurden und eine Identifizierung beginnt.
Nicht so gut gefiel mit der letzte Satz – „Entdecken Sie die Welt mit Street View“, denn im gesamten Spot wird der Zuschauer sehr persönlich angesprochen, aber der Satz wirkt dagegen durch „Sie“ distanziert. Ein „Du“ wäre vielleicht passender gewesen.

Mehr zu Pegman findet ihr hier:

Zum Spot:
  • Titel: Entdecken Sie die Welt mit Street View
  • Dauer: 1 Minute 14 Sekunden
  • Jahr: 2010
  • Auftraggeber: Google Street View
  • Agenturen: Kolle Rebbe, Sehsucht
  • Besonderheiten: Stop-Motion, Fotos, kurze Filmsequenzen, (in-)direkte Ansprache, Zeichnungen

Quellen:

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen