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Sonntag, 5. Mai 2013

alte und neue Medien?


Wenn man sich mit der Thematik Werbung befasst, steht man häufig vor der Frage mit welchem Werbemedium. Interessiert mich eher TV-Werbung oder Printwerbung, ist Radiowerbung mehr mein Ding als Plakatwerbung? Natürlich kann man alles interessant finden und alles machen, aber eben auch nicht. Im Zuge dieser Überlegung fallen letztlich auch immer zwei Begriffe „alte“ und „neue“ Medien. Heute möchte ich mich daher mit beiden beschäftigen.

Die Bezeichnung „Medium“ leitet sich von Lateinischen „medium“ ab, welches „Mitte“ bedeutet. Als ein Medium wird (vereinfacht gesprochen) in der Medien- und Kommunikationswissenschaft ein Mittel oder Hilfsmittel bezeichnet, dass Informationen zwischen Sendern und Empfängern überträgt.

Sender -> Medium -> Empfänger

Im Groben können Medien (Medien = Mehrzahl von Medium) in zwei Gruppen untergliedert, „neue“ und „alte“ Medien. Während „neue“ Medien „erst seit Kurzen vorhanden“ sind und die Existenz vorangegangener Medien voraussetzen, verweisen „alte“ Medien auf eine vergangene Zeit und sind bereits länger im Gebrauch (Quelle 1). Eine zeitliche Trennung, d.h. eine Einteilung aller Mediengattungen zu „neuen“ und „alten“ Medien nach einem bestimmten Zeitpunkt, ist jedoch nicht möglich. Vielmehr lassen sich mehrere Momente oder Medienumbrüche feststellen, bei denen es meist durch technischen Fortschritt zur Entstehung „alter“ und „neuer“ Medien kam. Als erstes „neues“ Medium können Presseerzeugnisse wie Zeitungen bezeichnet werden. Der Buchdruck von 1450 symbolisiert diesen Zeitpunkt. Die „neuen“ Pressemedien wurden von der „neueren“ Kinematografie um 1895 abgelöst, womit Presseerzeugnisse zu sogenannten „alten“ Medien wurden. Das momentane „neue“ Medium ist geprägt durch die Digitalisierung von Medien und der Entwicklung von Rechnern sowie dem World Wide Web.

Bei der Definition oder Erklärung beider Mediengruppen wird häufig auch mittels der Bezeichnung analog und digital versucht zu unterscheiden. Den „alten“ Medien wird hierbei ein analoger Charakter zugesprochen, d.h. es handelt sich bei den Medien um eine analoge Datenübertragung. Die Signale werden in festen Intervallen übertragen. Die Daten bei der digitalen Übertragung, die charakteristisch für die „neuen“ Medien ist, werden in variablen Daten vom Sender zum Empfänger übertragen. Zudem wird von analog im Sinne von haptischen Dingen wie Büchern gesprochen und bei digitalen von nicht fassbaren Datenträgern wie Videonachrichten.

Weitere Charakteristiken der „neuen“ Medien sind die Möglichkeiten sich global zu vernetzen und interaktiv als Nutzer mitzuwirken.

Auf dem ersten Blick ergibt sich daraus eine recht trennscharfe Unterteilung beider Mediengruppen, aber ich habe sie nicht umsonst immer in Anführungsstriche gesetzt.
Jeder der sich mit der Definition oder Erklärung befasst, sollte sich bewusst sein, dass die Bezeichnung „alte“ und „neue“ Medien nicht statisch ist, sondern sich in einem laufenden Prozess befindet. Was „neu“ war, wird durch ein anderes neueres Medium abgelöst und zu einem „alten“ Medium. Abhängig ist der Prozess jedoch nicht nur von der Entwicklung neuer Technologien, sondern auch von einer gesellschaftlichen Entwicklung.
Weiterhin unterliegen die Medien selbst einer ständigen Wandlung, wie zum Beispiel Wolfgang Riepl 1913 im „Rieplschen Gesetz“ festhielt. Ein neues und höher entwickeltes Medium verdrängt nach Riepl kein älteres Medium vollständig, sondern führt zu deren Veränderung (Quelle 2). Eine Folge einer solchen Veränderung ist die Verbindung von „alten“ und „neuen“ Medien, beispielsweise bieten Verlage ihre redaktionellen Beiträge in gedruckten Zeitschriften und auf ihrer Webseite an, wo die Leser diese direkt kommentieren können und die Beiträge mit anderen Seiten, Anwendungen und Beiträgen wie Filmen verbunden werden. „Alte“ Medien bedienen sich somit bei den „neuen“ Medien und werden damit selbst Teil dieser. Die Digitalisierung von Fernsehen, Radio und vieler Printprodukte sind weitere Belege dafür. Eine Unterscheidung der Medien nach ihrem digitalen Charakter in „neue“ Medien und analogen Charakter in „alte“ Medien ist somit ungenau.

Was nun? Eine Unterscheidung ist aus meiner Sicht zwar möglich, aber schwer und unnötig. Es gibt zu viele Gemeinsamkeiten beider Gruppen und dank des Fortschritts auch zu viele Veränderungen innerhalb eines Mediums, welche eine Definition und damit eine deutliche Zuordnung eines Mediums zu einer Gruppe erschweren.

Quellen:
1) Hokan Dip. Päd., Nahla (2010): Internetnutzung in der Schule - Studie zur schulbezogenen Internetnutzung bei Gymnasiallehrerinnen und Gymnasiallehrern im Freistaat Sachsen. (Dissertationsschrift vorgelegt der Philosophischen Fakultät der TU Chemnitz), URL: www.qucosa.de/fileadmin/data/qucosa/documents/6425/Dissertation.pdf (aufgerufen am 26.09.2012), S. 16.
2) Goderbauer-Marchner, Gabriele (2011): Medien verstehen. Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft. (Hrsg.: Christoph Fasel: Wegweiser Journalismus. Band 10), S. 13f.
3) Edel, Sandra (2013): alte und neue Medien in der Werbebranche. Masterarbeit, TU Chemnitz

Sonntag, 17. März 2013

Werbung = Profit?

Ein guter Freund stellte mir genau diese Frage: Werbung ist doch nur auf Profit aus, oder? Meine Antwort war damals recht kurz: Naja. Und es dauerte einige Tage, bis ich erneut auf diese Frage aufmerksam wurde. In einem Artikel stieß ich auf eine kritische Betrachtung des Werbemarktes und deren Umgang mit den Konsumenten. Während ich den Artikel las, fiel mir die Frage des Freundes wieder ein, ebenso einige Situationen mit meinen Arbeitgebern und Bekannten und ich begriff wie unterschiedlich die Aufgaben und Wirkungen der Werbung wahrgenommen wird.

Auf der einen Seite befinden sich die Personen, welche um jeden Preis Aufmerksamkeit haben wollen und es ihnen egal ist, ob diese gut oder schlecht ist. Sie haben damit zwar eine wesentliche Aufgabe der Werbung begriffen – Aufmerksamkeit – aber Gewinn, Aufwand und Kunden außen vor gelassen. Werbung dient hier nur zum zu zeigen „Hier bin ich!“.

Anderseits gibt es die Personen, die nur Positives über sich lesen möchten und deshalb sehr vorsichtig sind und zaghaft Informationen weitergeben. In diesem Fall kann es schwer sein eine Kundenbindung aufzubauen und überhaupt wahrgenommen zu werden, wenn der Markt eine starke Konkurrenz aufweist. Gute Werbung zu machen, ist hier komplizierter, denn der Kunde erfährt wenig vom Unternehmen und dem Produkt, was eine weitere Aufgabe der Werbung zeigt – Konsument informieren.

Und es gibt die Personen, die sich tatsächlich um ihren Kunden bemühen. Sie nutzen Werbung in zwei Phasen. In der Ersten um Aufmerksamkeit zu erhalten und Kunden zu gewinnen. Hierbei wird möglichst großflächig geworben, denn der ideale Kunde muss erst noch unter allen möglichen Kunden gefunden werden (eine Zielgruppenanalyse ist trotz dessen vorab zu empfehlen). Die Phase dient mehr zur Anreicherung von Informationen. In der zweiten Phase werden die Informationen genutzt und nur noch gezielt Werbung an bestimmte Personen(-gruppen) weitergegeben. Die zweite Phase zielt drauf ab den Gewinn zu maximieren und möglichst wenig Verlust zu verzeichnen. Die Aufgabe der Werbung ist hier vielfältiger – Aufmerksamkeit erregen, Informationen erhalten, Kunden binden und informieren, positives Image aufbauen und halten sowie Profit erzielen.

Auch wenn diese Charakter sehr grob und die Werbefunktion nur sehr oberflächlich angerissen wurde, so wird doch sichtbar, wie verschieden Werbung betrieben wird und welche Aufgaben Werbung wahrnehmen kann.

Ist Werbung also gleich Profit?
Naja. Werbung soll im ersten Moment Aufmerksamkeit generieren. Es darf dabei nicht vergessen werden, dass auch gemeinnützige Organisationen Werbung betreiben, die nur auf eine Situation aufmerksam machen möchten. Aber natürlich dient Werbung auch dazu Käufer zu animieren etwas zu kaufen – also Profit zu machen. Eine eindeutige Antwort gibt es daher nicht.

Wie Werbung betrieben wird und mit welchem Ziel ist sehr unterschiedlich. Klar ist jedoch, dass sich die Aufgabe und die Art der Werbung wandeln, wie sehr gut aus dem anfänglich erwähnten Artikel hervorgeht (siehe Anhang). Das Potenzial gute Werbung zu machen ist da, denn Informationen zu Konsumenten liegen vor und auch Programme, welche diese verarbeiten. Nur fehlt es an Mut auch andere Wege zu gehen und zu sagen: Ich verzichte auf Kunde X, Y, Z und binde dafür Kunde A fester an mich durch gute, durchdachte und marktfähige Werbung.

Werbung muss sich verändern! (Quelle: horizont.net)


Quelle:

siehe auch:  
                                                          

Montag, 18. Februar 2013

Werbung = visuell?

In den letzten Tagen habe ich mir immer wieder mal meinen Blog angesehen und eines fiel mir besonders auf - er ist sehr TV lastig. 

Die Mehrheit meiner hier abgebildeten Werbung stammt aus dem Bereich TV-Werbung und ist damit überwiegend visuell wahrnehmbar. Einen Grund dafür gibt es eigentlich nicht, denn ich sehe nicht den ganzen Tag fern und nehme somit nicht nur die TV-Spots wahr. Vielmehr erwische ich mich dabei, dass ich die Fernsehsender wechselte, sobald ein Werbeblog beginnt und es mich teilweise einiges an Überwindung kostet die Spots anzusehen. Natürlich sind hin und wieder gute Spots dabei, die man sich gerne anschaut, z.B. stehen bei mir gerade Capt'n Morgan und die Deutsche Bahn (Karriere) hoch im Kurs, aber der überwiegende Teil ist öde und in irgendeiner Weise bereits da gewesen. Aus diesem Grund schaue ich mich auch gerne nach anderen Werbemedien um, die nicht nur visuell gestaltet sind. Werbung muss also nicht nur etwas fürs Auge sein.

Eine gute Alternative sind Radio-Spots, die häufig mit einem TV-Spot verknüpft sind. Verknüpft heißt hierbei, dass die Radio-Spots eine Kopie des TV-Spots sind und Nachricht nur akustisch statt visuell wiedergeben. Allerdings können die Spots auch durch die Erwähnung eines Links oder Ähnlichen mit den TV-Spots verknüpft werden.
Natürlich existieren daneben auch viele Radio-Spots, die alleine stehen, d.h. zwar zu einer Kampagne gehören, die auch beispielsweise aus TV-Spots bestehen kann, aber auch alleine funktioniert, also selbsterklärend sind. Oder es handelt sich um Radio-Spots, die ganz auf andere Medien verzichten. Diese Form wird besonders von lokalen Unternehmen genutzt, die mit den lokalen Radiosendern zusammenarbeiten.

Eine dritte Form von Werbung ist die textlastige Werbung, wie Anzeigen in einer Zeitung und der Bericht bzw. Analyse zu einer Werbung, welche man beispielsweise bei Horizont.net und wuv.de (Werben und Verkaufen) findet. Meist wird diese Form jedoch mit Bildern und im Web mit Filmen verbunden, was sich zum Kundenfang wesentlich besser macht, denn einen packenden Text zu schreiben ist wirklich eine Kunst.

Natürlich gibt es auch Werbung, die zu keiner der vorab genannten Kategorien gehört wie Plakate, Autowerbung, Social-Media-Werbung, Give-aways und Guerilla Marketing, um nur einige zu nennen. Diese sind visuell, akustisch oder auch interaktiv wahrnehmbar, und wenn sie gut sein sollen, erfordern sie viel Wissen über die Zielgruppe, die Marke/Unternehmen und Umsetzungsmöglichkeiten. Mit einigen von diesen möchte ich mich zukünftig befassen und habe deshalb einen Pinterest-Account angelegt. Schaut mal vorbei und schreibt mir, welche Werbung auf meinen Pinnwänden nicht fehlen sollte.

Sonntag, 10. Februar 2013

Der letzte Punkt und ein neuer Start

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Lieber Leser,
wie du sicherlich festgestellt hast, habe ich seit geraumer Zeit meinen Blog grausamst vernachlässigt. Natürlich lag dies nicht an dir, sondern an mir.
Gerne gebe ich zu, dass der Blog auf meiner Prioritätenliste etwas länger nicht sonderlich weit oben stand. Dies soll nicht heißen, dass du und der Blog mir nicht wichtig seid, sondern nur, dass ich andere Dinge zuerst erledigen musste. Beispielsweise meine Masterarbeit zum Thema Werbelandschaft in Sachen (dort habe ich studiert), die ich Ende des letzten Jahres abgeschlossen habe. Aufgrund zahlreicher Interviews, die ich dafür durchgeführte, zog sich die Bearbeitungszeit hin und nahm mich mehr in Anspruch, als ich es anfänglich für möglich hielt. Nachdem der letzte Punkt im Text gesetzt war, ging es ohne Pause sofort weiter. Ein Praktikum stand nun auf meiner Agenda, mit welchem in mein Studienwissen auf die Probe stellte. Kaum waren die ersten Monate des Praktikums vorbei, hatte ich einen Trainee-Vertrag für PR und Kommunikation unterschrieben und damit einen neuen Punkt meiner Prioritätenliste zugefügt. Nun heißt es Photoshop verinnerlichen, Fireworks kennenlernen,  Html- und CSS-Wissen ausbauen usw. Nach dem Studium steht mein Denkapparat somit nicht still und bestimmt meinen alltäglichen Ablaufplan, der zwar keine Seminare mehr beinhaltet, aber dennoch mit der einen oder anderen Prüfung aufwartet. Bei der Planung ließ ich mir die Möglichkeiten offen meinen Tag selbst zu gestalten, der nun auch wieder meinen Blog umfassen soll.
Lieber Leser, nachdem ich mich so lange nicht mehr bei dir gemeldet habe, wirst du nun häufiger von mir hören. Freue dich auf neue Werbespots, Wissenswertes zur Werbepsychologie und Neuigkeiten aus der bunten Welt der Werbung.

Deine Werbebloggerin.

Samstag, 4. August 2012

Postwurfsendungen

Eigentlich landen Postwurfsendungen bzw. Flyer bei uns zu Hause immer relativ schnell im Müll, denn abgesehen von dem beworbenen Produkt, was wir nicht benötigen, sind diese total unattraktiv. Allerdings schaffte es ein Werbestück gestern auf meinen Schreibtisch. Nicht das Produkt, für welches Werbung gemacht wurde, erweckte mein Interesse, sondern deren Aufmachung. Es handelt sich hierbei nicht um ein einfaches Blatt Papier mit simpler Vor- und Rückseite. Ganz im Gegenteil, es ist eine Art Spiel. Das Format erlaubt es das Blatt zu drehen und zu knicken, wodurch es immer neue Informationen preisgibt und das Aussehen verändert. Nachdem jeder aus meiner Familie damit gespielt hat, möchte ich es euch anhand einiger Bilder zeigen.
Beachtet, dass es sich hier nur um einen einzigen "Flyer" handelt.
 
Grundformat
linke und rechte Blattseiten nach hinten geklappt

obere und untere Blattseiten nach hinten geklappt
rechte und linke Blattseiten (wieder) nach hinten geklappt und dasdann wieder oben und unten, dann hat man  Bild 1








Freitag, 3. August 2012

Ein Schnittchen für die Pause – Milchschnitte

Sie schmeckt süß, passt in jede Handtasche und sollte trotz des hohen Milchanteils nicht auf dem Diät- oder dem täglichen Speiseplan stehen – die Milchschnitte.
Jeder kennt das kleine Sandwich in seiner weiß-roten Verpackung sowie blauen Schrift und das aus gutem Grund, denn die kleine Schnitte wird im nächsten Jahr 30 Jahre (Eintragung 1983) alt und brachte sich immer wieder ins Gespräch, zum Beispiel indem verschiedene Promis wie die Klitschkos für die Schnitte warben. Drei Spots ohne Promis, aber mit Hollywoodcharme möchte ich euch vorstellen.

Die Spots im Allgemeinen
Seit Mitte 2012 lautet die neue Kampagne „Zuhause mit Milchschnitte“, die mittlerweile drei Spots herausbrachte. In den Spots, welche jeweils 36 Sekunden lang sind, wird ein Vater mit seinen Kindern gezeigt. Ganz wie die Kampagne vermuten lässt, befinden sich die Schauplätze zu Hause und zeigen, wie die Schnitte als Pausensnack in den Alltag integriert werden kann. Neben der Integration des Produkts in den häuslichen Alltag wird der Slogan „Frischer, Lecker, Weiter“ eingebunden. 1. Frischer, denn die Milchschnitte kommt aus dem Kühlschrank - besonders dieses Thema kehrt immer wieder und ist nicht nur in diesen Spots zu sehen. 2. Lecker, was das Produkt für Kinder und Eltern sein möchte. 3. Weiter, was darauf verweist, dass die Schnitte zwischendurch gegessen werden kann, d. h. als schneller Pausenimbiss, deshalb auch die handliche Form und einzelne Verpackung.

Die drei Spots
Nachdem der Hintergrund dargelegt wurde, kommen wir nun zu den Spots im Detail. Alle drei verbindet wie oben geschildert die Themen Alltag, Zuhause, Frische (Kühlschrank), Pause und Genuss (im Sinne von Lecker). Zudem tauchen immer ein Kind und dessen Vater auf, aber auch ein Hollywoodfilm spielt eine bedeutende Rolle. In jeden der drei Spots wird ein Kinofilm zitiert und eine kleine Szene nachgespielt.

1.       Spot (Leaves)
Es ist ein Rascheln zu hören und ein Ungeheuer türmt sich auf … Okay, ganz so ist es im Spot nicht zu sehen, aber das Thema stimmt. Zwei mutige Helden in braunen Ganzkörperanzügen, mit Schutzbrille, Handschuhe und Waffe (Laubpuster) stellen sich 1000 von kleinen Plagegeistern im Garten. Es handelt sich hierbei jedoch nicht um Monster, sondern lediglich um Laubblätter, die sich im Laufe des Herbstes angehäuft haben.
Der Spots ist zeitlich etwas unplatziert, denn statt im momentanen Sommer spielt dieser im Spätherbst. Das Laub liegt auf dem Rasen und damit der Rasen im Winter nicht unter den Blättern eingeht und natürlich, weil es einfach besser aussieht, muss das Laub entfernt werden. Vater und Sohn nehmen sich dieser Aufgabe an und beginnen ihren Kampf - Mensch gegen Blatt. Natürlich wäre es nun total langweilig lediglich das Laub wegzupusten, weshalb beide einen Wettkampf daraus machen und gegeneinander antreten. Allerdings gibt Väterchen schnell auf, tut so als wäre der Luftdruck zu stark und schlendert zur Küche, wo er zwei Milchschnitten aus dem Kühlschrank nimmt. Eine der Schnitte gibt er selbstverständlich seinen Sohn, der mittlerweile seine Laubbahn gesäubert hat.
Welcher Film? Ganz klar hier wird Ghostbusters nachgeahmt mit Anzug, Waffe und coolen Sprüchen.

2.       Spot (Sword Fight) 
Während Vater und Sohn sich im ersten Spot im Kampf gegen das Laub befanden, kämpfen Vater und Sohn im Zweiten gegeneinander. Trotz der etwas spärlichen Kostüme (Kapuzenjacke und Geschenkpapierrollen), dadurch aber glaubwürdig aus dem Alltag gegriffen, wird schnell deutlich, welcher Film adaptiert wurde – Star Wars. Leider, denn die Filme liegen nun schon einige Jahre zurück, und auch wenn sie Kult sind, so muss nicht jedes Unternehmen sie in seine Werbung integrieren. Wahrscheinlich dachte man hier an den Erfolg der VW-Werbung und wollte daran teilhaben. Schade, denn es gibt noch so viele andere Filme, die es lohnt in Spots einzubinden. Bitte kein Einheitsbrei! Der Nachspann mit der stereotypen Teenager-Tochter macht das Ganze nicht besser.

3.       Spot (Bowl)
Wo wir gerade bei Stereotypen sind, geht es auch gleich mit einem Klischee weiter. Im dritten Spot steht Papi mit seiner Tochter in der Küche und wäscht ab. Logisch, denn die Frau muss in die Küche. Was der Zuschauer sonst noch sieht, ist eine gelangweilte Tochter, die langsam die Geduld verliert und fragt, wie lange die Arbeit noch dauern wird. In einer Aufsicht wird sofort klar, dass es noch einiges zum Abwaschen gibt, weshalb der Vater sein Töchterchen aufmuntern möchte. Er setzt sich eine Salatschüssel auf den Kopf und tut so als wäre er ein Astronaut. Die Tochter ist anfänglich nicht sehr angetan von der Story, macht aber schließlich mit. Nach der kleinen Showeinlage genehmigen sich beide eine Milchschnitte.
Welcher Film? Hier wird Toy Story 1 nachgespielt.

Fazit
Die Spots sind alle sehr kreativ, besonders durch die Filmeinlage, die mit Dingen aus dem Haushalt zum Leben erweckt wurden.
ABER: Meine Kritik betrifft besonders den ersten Spot mit dem Laub. Dieser sollte um einige Monate verschoben werden, damit er thematisch zur Jahreszeit ausgestrahlt werden kann.
Auch kritisiert ich die Klischees und Stereotypen, denn selbst wenn sie bestätigt werden und man sich in ihnen wiederfindet, ist doch gerade das außergewöhnlich interessant.
ABER: Es ist notwendig mit diesen zu arbeiten, denn in 36 Sekunden eine ganze Geschichte mit Produkt zu legen, ist bereits eine Kunst. Damit der Zuschauer schnell versteht, um was es geht, muss auf solche stereotypen Personen und Situationen zurückgegriffen werden. Der Zuschauer kennt diese Stereotypen, denn er benutzt sie selbst im Alltag, um die Flut an Informationen zu filtern. Sie helfen uns wichtige Hinweise zu erkennen und schnell zu reagieren.

Zum Spot

  • Erscheinung: 2012
  • Zeit: 36 Sekunden
  • Unternehmen: Ferrero
  • Produkt: Milchschnitte
  • Agentur: VCCP
  • Produzent: Czar Film
  • Regie: Willem Gerritsen


Quellen


Mittwoch, 25. Juli 2012

24 Stunden und nur ein paar Minuten

Der Tag ist viel zu kurz, dass merke ich in letzter Zeit immer wieder. Leider, denn ich hätte so viele Dinge zu tun, die ich wirklich gerne mache, um so trauriger ist es, wenn sie auf der Strecke bleiben. Ein Beispiel: Ein Blick in meinen Google Reader offenbarte mir über 1000 ungelesene Beiträge. So viel Interessantes und Wissenswertes hatte sich in einigen Wochen angesammelt. Events, Preisverleihungen und Nachrichten wurden gefeiert, geschrieben und dokumentiert, ohne, dass ich es bemerkt hatte und daran teilnehmen konnte. Heute kann ich nur noch aus der Ferne - aus Zeit und Raum - nachvollziehen was passierte, wobei ich mit anderen so gerne darüber hätte diskutieren wollen. Schade!
Wie kam es dazu? Wo ist die Zeit hin?
Ich trauere den Stunden nicht hinterher, die ich für das Lesen der Beiträge hätte aufbringen können. Immerhin sind sie nicht verloren und die Beiträger durch das Internet auch Jahre später noch lesbar. Konserviert für die Ewigkeit. Vielmehr freue ich mich, denn ich hab nun endlich ein wunderbares Thema für meine Abschlussarbeit gefunden und die Arbeit daran ist mir viel wichtiger als mich am Medienrummel zu beteiligen. Aber Arbeit alleine macht nicht glücklich, sie macht einsam, vor allem in einem kleinen Wohnheimzimmer. Die Zeit sinnvoll einzuteilen ist fundamental und so muss Arbeit und Freizeit vereint werden, d. h. die Gegend kennenlernen durch Ausflüge oder einfach eine Jagd nach Verborgenen mit Freunden (Geocaching). Natürlich gibt es auch andere Dinge, die erledigt werden müssen wie die Nahrungsaufnahme oder das Schreiben von Bewerbungen, was besonders kurz vor dem Abschluss wichtig ist (wobei dafür ein ganzes Semester eingeplant werden sollte, denn Abschlussarbeit und Bewerbung frisst beides unheimlich viel Zeit).
Ich freue mich auf die Herausforderung gefühlte 100 Bücher zu lesen und sie meiner Masterarbeit sinnvoll beizufügen, aber auch tolle Menschen und Unternehmen durch Bewerbungsgespräche zu treffen. Ein weinendes Auge bleibt dennoch: Der Auszug aus dem wunderschönen sächsischen Städtchen und der Abschied von Freunden fallen mir bereits einen Monat vor der Schlüsselabgabe schwer. Ebenso laste der Druck auf mir endlich wieder einen Beitrag zu verfassen (in den nächsten Tage – Versprochen!) und all die Beiträge von Freunden und der Medienwelt zu lesen, denn Arbeit ist keine Ausrede für Informationsmangel.

Ich hoffe, ihr verzeiht mir, wenn der ein oder andere Beitrag etwas kürzer ausfällt (kann natürlich auch positiv gedeutet werden) und sich zeitlich verzögert. Ich gelobe Besserung!

Anhang: Kennt jemand ein gutes Rechtschreibprogramm?
Die Word-Rechtschreibkontrolle ist grausam schlecht und leider versprach auch das installierte Duden-Programm mehr als es letztlich hielt. Lediglich eine Nachkontrolle über duden.de ist empfehlenswert, aber alle Fehler und besonders Grammatikfehler findet dieser Onlinedienst nicht.
Vorschläge?

Sonntag, 24. Juni 2012

Cannes Lions 2012


Die Schöpfer von Facebook-Aktionen, nachdenklichen Animationen, kritischen Plakatbildern, lustigen Werbekampagnen und schlauen Ideen versammeln sich einmal im Jahr in einer bezaubernden französischen Stadt. Es sind die Besten der Besten der Werbebranche, die ihre Projekte präsentieren und mit einer goldenen, silbernen oder bronzenen Katze nach Hause gehen.
Das Festival anlässlich der Verleihung der Cannes Lions fand auch in diesem Jahr wieder in Cannes statt, wo Marketingaktionen, Plakate bis hin zu Werbespots ausgezeichnet wurden. Wer vom 17. bis 23. Juni 2012 den begehrten Löwen bekommen hat, könnt ihr nun nachlesen. Viel Spaß!

In 18 Kategorien können Werbeprojekte aus aller Welt eingereicht werden, wobei nicht nur die Projekte, sondern auch das Team ausgezeichnet wird. Einige Gewinner möchte ich euch vorstellen, die mein Interesse geweckt haben durch innovative Ideen und Sinn für Humor.

  1. Einen der Gewinner stellte ich bereits in einem Beitrag vor – AXE. In der Kategorie „Creative Effectiveness Lions Grand Prix” errang AXE “Exite” einen Preis.
  2. Mit einem technischen Gerät schaffte es Nike+ auf eines der Treppchen in der Kategorie „Cyber Lions Grand Prix“ und „Titanium & Integrated Lions“. Mittels eines Armbands kann der Nutzer neben seinen Schritten auch die Uhrzeit und weitere Daten abfragen.
  3. Etwas unpraktisch finde ich hingegen den solarbetriebenen Geschäftsbericht von Austria Solar. Das Besondere am Bericht ist, dass er tatsächlich nur durch die Sonne sichtbar wird, was bei längerem Schatten oder in der Nacht passiert, ist mir noch unklar. Einen Preis gab es in der Kategorie „Design Lions Grand Prix“.
  4. Kleine Geschäfte haben häufig mit dem Problem zu kämpfen, dass größere Geschäfte und Ketten ihnen die Kunden nehmen. In den USA startete zum ersten Mal eine Kampagne, wo Kunden für kleinere Geschäfte begeistert wurden. Der neue Shopping-Tag erhielt einen Preis in den Kategorien „Direct Lions Grand Prix“ und „Promo & Activation Lions Grand Prix“.
  5. Für eine Kampagne in London bekam Google einen Löwen in der Kategorie „Direct Lions Grand Prix“.
  6. Coca Cola erlangte Gold in „Mobile Lions Grand Prix”.
  7. Daimler gestaltete sein Fahrzeug mit neuster Videotechnik. Während sich eine Kamera auf der Beifahrerseite befand und die Umgebung filmte, wurde die gefilmte Umgebung auf der Fahrerseite abgebildet, wodurch das Auto „unsichtbar“ wurde. Eigentlich sollte diese Aktion jedoch auf die unsichtbare Umweltverschmutzung durch Abgase aufmerksam machen. Einen Preis erhielt Daimler in der Kategorie „Outdoor Lions Grand Prix“.
  8. Aus alt mach neu. Ein alter Song bekommt einen neuen Inhalt in der Kategorie „Outdoor Lions Grand Prix“.
  9. United Color of Benetton ist schon seit langen für seine Werbung bekannt, nun ist auf ihren Plakaten unter anderem ein Kuss zwischen Deutschland und Frankreich zu sehen. Hierfür gab es den „Press Lions Grand Prix”.
  10. Richtig super ist die Idee eines Radiosenders, der einen sehr hohen Ton spielt, um Mücken zu verscheuchen. Ziel ist es Menschen auch außerhalb der Wohnung zu unterhalten, ohne Mückenplage. Den Preis erhielten sie in der Kategorie „Radio Lions Grand Prix“.
  11. Einen „Special Award“ bekam unter anderem Serviceplan, die ihren Sitz in München haben.
  12. Viele interessante Ideen von jungen Teams sind in der Kategorie „Young Lions Competitions“ zu bewundern.
  13. Jeder kann es schaffen vermittelt der Sieger in der Kategorie „Film Craft Lions“. http://www.canneslions.com/work/2012/craft_film/
  14. Dieser Spot spricht sich gegen die Massentierhaltung aus, was sich auch in der riesigen Marketingkampagne widerspiegelte. Einen Preis gab es in der Kategorie „Film Lions“.
  15. Eine Blutspende rettet Leben, klärt der Sieger in der Kategorie „Grand Prix For Good“ auf.
  16. Viele Preise wurden in der Kategorie „Branded Content & Entertainment Lions“ verliehen:
Sehr lustig ist diese Idee: http://www.canneslions.com/work/2012/branded/entry.cfm?entryid=1554&award=2
Einen Selbsttest werde ich hier bestimmt durchführen: http://www.canneslions.com/work/2012/branded/entry.cfm?entryid=2717&award=2
Ein Traum jedes Fußballspielers ging bei dieser Kampagne in Erfüllung: http://www.canneslions.com/work/2012/branded/entry.cfm?entryid=2640&award=2

Alle Sieger und Teilnehmer sowie ausführliche Beschreibungen zu den Projekten findet ihr unter: http://www.canneslions.com/awards/

Quellen:

Samstag, 23. Juni 2012

Auto oder Bahn – Deutsche Bahn AG

Leere, nichts als Leere … Vielmehr bleibt den Autofahrern nicht, nachdem sie ihr Gefährt betankt haben. Regelmäßig und fast schon gewohnheitsmäßig bildet sich ein riesiges Loch im Portemonnaie vieler deutscher Autofahrer. Die Industrie reagierte und bietet neben den Benzinschluckern umweltfreundliche und kostensparende Fahrzeuge an, die mit Solarenergie, Rapsöl bis hin zum Erdgas zum Rollen gebracht werden. Aber auch andere Alternativen haben ihre Vorteile wie der Spaziergang für kurze Strecken, das Fahrrad oder die Bahn. Mit Letzterem wollen wir uns heute beschäftigen.

In den letzten Jahren litt das Image der Bahn, war es die schlechte Klimaanlage, die zahlreichen Streiks oder die häufigen Verspätungen, kaum jemand wollte ein gutes Wort über die Bahn verlieren. Aber die Bahn kann auch anders. Nachdem man die Fehler einsah und Besserung gelobte, folgten Taten. Viele Züge wurden modernisiert und weisen nun eine bessere Klimaanlage auf, fahren zudem mit umweltfreundlichen Treibstoffen und das fast lautlos. Natürlich gibt es immer noch genügend Mängel, aber das Licht am Ende des Tunnels ist ersichtlich. Die Bahn wird immer attraktiver und das nicht nur als Verkehrsmittel, sondern auch als Arbeitgeber. Jedoch ist die Bahn schon länger nicht mehr das Familienunternehmen, was es einmal war. Während meine Großeltern noch im Stellwerk, Büro oder im Zug selbst tätig waren, geht die Jugend andere Wege. Es fehlt an Nachwuchs. Das Unternehmen reagierte nun mit einem Spot, der zum einen die Vorteile und Attraktivität des Transportmittels zeigt und um Mitarbeiter wirbt.

Bereits seit einigen Wochen flimmert der 1 Minute und 12 Sekunden lange Fernsehspot über den Bildschirm. Die Handlung lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Ein Macho erhält eine Abfuhr von einer Lokführerin.
Etwas genauer stellt er sich wie folgt dar: Ein Macho spricht in einer Bar eine Dame an, wobei sein Motiv sehr eindeutig ist. Er legt seinen Autoschlüssel auf den Tisch und schwärmt von seinen tollen Fahrzeug ("400 PS, 12 Zylinder, 296 Spitze. Morgen Abend 19 Uhr?"), was sie nun beeindrucken soll. Andere Frauen hätten Desinteresse oder Unverständnisse gezeigt, aber die Dame geht gelassen zum Gegenangriff über. Sie holt ihren Schlüssel aus der Tasche und präsentiert ihre Fakten ("10.877 PS, 330 Spitze. Morgen früh, 8:43 Uhr. Gleis 7"). Er ist nun deutlich beeindruckt oder eher geschockt, verliert an Sicherheit und wirkt ängstlich. In einem Zwischenspann ist zu sehen, wie die Dame vom Tresen in ihrer Arbeitskleidung zu einem schicken ICE läuft und diesen aus dem Schuppen fährt.

Fazit:
Der Spots zeigt zwei Dinge, erstens das der ICE es mit jedem Gefährt aufnehmen kann und die Bahnfahrt damit deutlich attraktiver aussehen lässt und zweitens das Personal gesucht wird, das die so reizvoll präsentierte Aufgabe des Lokführers übernimmt. Sei Teil des coolen und starken Teams, will der Spot sagen.
Etwas zu bemängeln ist die Stimme der Dame. In der Atmosphäre der schicken Bar und mit ihrem luxuriösen Outfit hätte ich von der Dame eine zarte Stimme erwartet. Allerdings wirkt sie durch ihre dunkle Stimme sehr authentisch und der Gedanke kommt auf, dass sie tatsächlich Lokführerin sein könnte.
Sehr gut hingegen gefällt mir das Gesicht des Mannes, nachdem die Lokführerin ihre Fakten auf den Tisch gelegt hat. An dieser Stelle fehlt eigentlich nur ein „Dam, Dam, daaam“, was leicht angedeutet wird. Am Ende des Spots wird es sehr lustig, wenn sie ihn fragt, ob alles Okay sei.
Mit Absicht läuft dieser Spot bei You-Tube unter dem Titel: beste Deutsche Bahn Werbung.

Zum Spot:
  • Erschienen: 2012
  • Dauer: 1:12 Minute
  • Thema: Mitarbeiterakquisition
  • Unternehmen: Deutsche Bahn AG
  • Agentur: Ogilvy & Mather

Quellen:




Samstag, 9. Juni 2012

Fußballfieber


Ein Blick in die Zeitung oder in die Flimmerkiste genügt und jeder weiß, dass die Europameisterschaft im Fußball begonnen hat. Vom 8. Juni bis zum 1. Juli laufen 11 Männer einem Ball in der Ukraine und in Polen hinterher. Während die begeisterten Fans mitfiebern und die Welt in den Vereinsfarben strahlt, muss die restliche Bevölkerung auf sämtliche Medien verzichten, um Ruhe von dem ganzen Trubel zu bekommen. Ist das eigentlich möglich? Ich glaube nicht, denn selbst die seriösen (so behaupten sie von sich selbst) Nachrichten haben nur ein Thema „Fußball“. Doch es endet nicht bei Nachrichten und Live-Streams im TV, denn auch die Werbung kennt nur dieses eine Thema. Zuviel finde ich, denn wo bleibt die Differenzierung, wo die Einzigartigkeit der Produkte, welche die Unternehmen erzielen wollen, wenn jeder Fußball thematisiert? Werbung soll doch schließlich dazu genutzt werden, um sein Produkt zu präsentieren und vor allem zu zeigen, was man selbst hat und die anderen nicht.
Allerdings erschließt sich auf dem zweiten Blick, dass sich die einzelnen Werbespots in (für mich) winzigen Details unterscheiden. Lasst uns ein Blick auf 10 Spots werfen:

Nahrungsmittel:
Ob Animation oder Fußballspieler mit Geschichte, die Nahrungsmittelindustrie nutzt alle Mittel, um den Zuschauer vor den Fernseher zu bannen und sein Produkt schmackhaft zu machen. Aber glauben die Werbefachleute wirklich, dass wir denken Thomas Müller habe in seiner Kindheit immer Bifi gegessen? Und was will uns Coca Cola mit diesen merkwürdigen Kreaturen sagen, mutieren wir zu Hulk, wenn wir das Erfrischungsgetränk zu uns nehmen?
-          Monte: http://youtu.be/lRAEweqoCos (René Adler)
-          Bifi: http://youtu.be/FS_weJOKypI (Thomas Müller)
-          Coca Cola: http://youtu.be/RP3yZVBeZAw
-          Coca Cola Zero: http://youtu.be/7CSOHsYVzW4
-          TicTac: http://youtu.be/labbFDoYk5c
-          McDonalds: http://youtu.be/wXTCGJ2emhY

Sonstiges:
Saturn ist bekannt für kreative und leicht schräge Spots, weshalb es nicht verwundert, wenn sie einen „König“ zum neuen Aushängeschild erkoren und ein Chor mit Fußballtrikots davor positionieren. Kreativ ist diese Idee auf jeden Fall, aber wer ist der Typ?
Einen recht netten Spot hat Dacia gezaubert, der Fußball und die momentane Doppelnamen-Euphorie verbindet.
-          bwin (Wettportal): http://youtu.be/kZNTvGcJ4lI
-          Nike: http://youtu.be/QMv8g8CO4cQ
-          Dacia: http://www.dacia.de/
-          Saturn: http://youtu.be/cwzROsGnDwU

WARUM nur gibt es so viele Spots zur Fußball-EM?
WARUM gab es diese Spots nicht auch bei der Frauen Fußball-EM?

Zwei Fragen, auf deren Antworten ich wahrscheinlich so lange warten kann bis Deutschland die EM gewonnen hat …

Samstag, 26. Mai 2012

Was ist Frizz? – Wella


Wieder eine Werbepause und wieder dieser Spot. Seit mehreren Wochen verfolgt mich der Anti-Frizz-Spot von Wella und das gewiss nicht, weil er so gut gemacht ist und mich anspricht. Vielmehr stelle ich mir immer wieder zwei Fragen, die mich nicht loslassen: 1. Warum chattet diese Frau mit ihrem Friseur? 2. Was ist Frizz?
Gehen wir den beiden Fragen auf den Grund.

1.       Warum chattet die Frau mit ihrem Friseur?
Wir beginnen mit dem Spotinhalt. Der Zuschauer wird im TV-Spot (wiedermal) von einer attraktiven Frau empfangen und hört zugleich ihr Problem - sie hat Frizz. Aha, würde ich nun sagen und fragen, ob es schön oder schlecht ist. Ihrem Gesichtsausdruck nach zu urteilen, handelt es sich um etwas Schlechtes, was mit ihren Haaren zu tun hat. Was macht also Frau mit ihren Haarproblemen? Sie geht zum Friseur. Falsch! Die moderne Frau ist voll mobil und braucht nicht mehr mit dem Friseur persönlich reden, sie chattet mit ihm. Allerdings nicht per Skype, ICQ, Twitter oder einem anderen Anbieter, sondern über den Wella-Chat. Kaum ist die Frage gestellt (Wie kann ich mein Haar bei Feuchtigkeit vor Frizz schützen?), schon antwortet der ProSeries-Friseur/Experte (Du kannst Frizz verhindern, bevor er entsteht.) und das Produkt erscheint. Nehmen wir nun an, dass der Chat weiter läuft, dann würde der Friseur ihr nun erklären, dass besonders das Produkt von Wella vor Frizz schützt, denn es versiegelt das Haar und weist Feuchtigkeit ab – was im Übrigen super ist, denn damit spart man sich den Regenschirm J - und macht das Haar geschmeidig.
Antwort: Die Frau chattet mit ihrem Friseur, weil es „In“ ist.
diplomatische Antwort: Die Frau chattet mit ihrem Friseur, weil sie in dieser modernen Zeit mit ihm vernetzt ist, sie als Businessfrau nicht immer Zeit hat zum Friseur zu laufen und ihm wohlmöglich gerade kurz vor einem wichtigen Meeting kontaktiert sowie der Friseur als Helfer in der Not ständig für sie erreichbar sein möchte. Schließlich könnte es auch verdeutlichen, dass Wella immer für ihre Kunden erreichbar ist und zu allen Fragen eine passende Antwort hat sowie sich der heutigen Jungend Internettechnisch anpasst.

 (Quelle: http://www.youtube.com/watch?v=2yygf41enYk)

2.       Was ist Frizz?
Die viel wichtigere Frage lautet, was ist Frizz? Nach reichlicher Recherche im Internet (leider ist mein Friseur nicht mit mir vernetzt, sonst hätte ich ihn natürlich gefragt) hab ich eine einfache Antwort gefunden. Im Gegensatz zu der weitverbreiteten Meinung in vielen Foren, welche vermuten, dass es sich um ein Modewort handelt, ist der Begriff lediglich aus dem Englischen übernommen worden. Frizz leitete sich vom Verb „to frizz“ ab und bedeutet „sich kräuseln“. Bei dem Frizz-Effekt handelt es sich somit lediglich um krauses Haar, das besonders bei feuchter Luft entsteht, wobei die Haare abstehen und nicht mehr glatt anliegen. Ursache kann unter anderem Spliss sein, also gebrochene Haarspitze. Das Phänomen tritt besonders im Herbst auf, weshalb es etwas ungünstig erscheint, den Spot im Frühjahr und Sommer zu zeigen.

 Warum verwendet Wella den Begriff „Frizz“ und nicht wie sonst üblich „krauses Haar“? Die Antwort hierauf weiß nur das Kreativteam, welche sich den Spot erdacht haben. Jedoch ist Wella nicht die einzige Firma, welche in Spots mit Fachbegriffen (wenn wir sie so nennen wollen) um sich wirft. Häufig sind es Nahrungsmittel und Medikamente, welche Proteine, Vitamine und Wirkstoffe enthalten, die als Besonderheit im Spot angepriesen werden. Der Zuschauer bekommt dann Begriffe wie Omega 3 oder Ibuprofen zu hören, die besonders gut für ihn sein sollen. Einige Hersteller erklären mittlerweile die Wirkung und Funktion des jeweiligen Stoffes, wodurch dessen Bedeutung klar ist. Andere Hersteller tun dies jedoch nicht, womit sie den Zuschauer zwingen sich selbst zu erkundigen und mithilfe des Begriffes sich von der Masse abheben. Wir hören im letzten Fall, dass Produkt X den Wirkstoff Y enthält, der bei keinem anderen Mittel angeblich enthalten ist und weil dieser schließlich das Produkt verbessert und irgendetwas Gutes zu sein scheint, kaufen wir Produkt X, denn die Hersteller von X sind die Experten und wissen schon, was gut für uns ist. Allerdings ist es auch möglich, das die Hersteller dem Zuschauer ein gewisses Wissen zu trauen oder antrainieren möchten.
Diese tollen Begriffe werden häufig durch Grafiken erklärt wie bei Wella, damit ihre Wirkung verstanden wird.

Fazit:
Es ist wenig glaubwürdig, dass eine Frau mit ihrem Friseur chattet, noch wenn der Chatroom oder das Forum kaum als dieses zu erkennen sind. Vielleicht wäre es sinnvoller gewesen eine Frau zu Hause mit ihrem Laptop zu zeigen, denn dann wäre es offensichtlicher gewesen, was sie macht. Am Ende des Spots hätte man darüber hinaus zeigen können, wie sie ihre Haare mit dem Shampoo bearbeitet, wodurch gleichzeitig klar geworden wäre, dass es kinderleicht zu handhaben ist und im Einzelhandel erhältlich.
Weiterhin wäre es vielleicht besser gewesen statt „Frizz“ einfach „krauses Haar“ zu sagen, was für einen Großteil der Bevölkerung verständlicher wäre.
Dennoch ist das Corporate Design, also das Design von Wella gut umgesetzt worden. Vom Chat bis zu den Zwischenszenen wurde auf die Farben rot (bzw. lila-rot Ton) und grau gesetzt, die sich auch in der Produktverpackung widerspiegeln.
Ebenso ist der Spot ein gutes Beispiel dafür, wie Begriffe und Wirkungen anhand von grafischen Darstellungen erklärt werden.

Zum Spot:
  • Dauer: 21 Sekunden
  • Produkt und Titel: Pro Series Frizz Control Shampoo und Spülung
  • Firma: Wella
  • Erscheinungsdatum: April 2012

Quellen: